Munchkin Skullkickers

Die urkomische Fantasy-Persiflage „Skullkickers“ aus dem Image-Verlag hat bislang leider nicht den Sprung über den großen Teich geschafft. Wer der englischen Sprache mächtig ist erhält diverse Soft- und Hardcoversammlungen der bislang 34 Einzelhefte beim Comichändler seines Vertrauens oder beim hinlänglich bekannten Online-Versandriesen. Warum das ungleiche Kopfgeldjäger-Gespann aus einem Zwerg und einem breitschultrigen, kahlköpfigen Pistolereo zum Fantasy-Kartenspiel „Muchkin“ passt wie die Axt auf den Ork erkläre ich Euch in meinem neuen Review.

Munchkin ist ein irrsinniger Erfolg auf dem eine Renaissance durchlebenden Markt der Gesellschaftsspiele. In der Tradition von Sammelkartenspielen wie „Magic – The Gathering“ oder „Yu-Gi-Oh“ durchstreifen die Spieler gemeinsam ein imaginäres Verlies. Dabei finden sie Waffen, Gold, Zaubertränke und alles was man sonst in so einem Drachenverseuchten Kellerloch vermuten würde. Die Besonderheit an Munchkin ist, dass man nicht blind hunderte von teuren Tütchen kaufen muss, in der Hoffnung die eine, übermächtige Karte zu ziehen. Stattdessen enthält jedes der unzähligen, thematisch variierenden Grundspiele  ein festes Kontingent an Karten, aus dem alle der drei oder mehr Spieler zufällig ziehen.

Egal ob man mit Cowboys, gegen Zombies, durch den Weltraum oder mit Vampiren und Werwölfen in die Schlacht ziehen will – Keines der großartigen Hauptspiele nimmst sich inhaltlich ernst und begeistert mit genretypischen Karikaturen und Anspielungen. Der Clou dabei ist, dass sich die Sets auch nach belieben mischen lassen. Mit Cowboys und Superhelden durch den Weltraum, auf Zombie-Jagd? Kein Thema, solange man alle drei Hauptspiele sein eigen nennt. Schummeln ist erlaubt und erwünscht, nur erwischen lassen sollte man sich nicht, da die Rache der Mitspieler meist furchtbar ausfällt. Und wenn man gerade drei Waffen ausspielen möchte (die imaginäre Spielfigur aber nur zwei Hände hat) dann braucht man halt ganz regelkonform das „Zweihändige Schwert“, das wie der Name ja schon sagt zwei eigene Hände mitbringt…

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„Munchkin Skullkickers“ ist jedoch keines dieser Hauptspiele, sondern ein „Booster-Paket“. Keine Angst, trotz der Namensgleichheit bedeutet das nun nicht, dass man nun doch wieder unzählige Blindverpackungen für teures Geld erstehen muss. Ein einzelnes, festes Set bestehend aus insgesamt 23 Karten ist alles was der Munchkin von Welt benötigt um die Skullkickers mit ins Spiel zu bringen. Die ohnehin nicht so riesige Anzahl an Karten relativiert sich noch mehr, wenn man nach dem Öffnen feststellt, dass sich darunter drei Informationskarten und fünf Leerkarten befinden, aber lediglich 15 reguläre Spielkarten. Angesichts der Tatsache dass diese Leerkarten aber traditionell allen Munchkins beiliegen, um sich auf Messen von Zeichner John Kovalic individuelle Karten anfertigen zu lassen, machen diese Leerkarten bei einer Ergänzung mit den großartigen Illustrationen der Skullkickers-Zeichner Edwin Huang und Jim Zubkavich natürlich besonders viel Sinn.

Auch wenn man mit „Munchkin Skullkickers“ nicht besonders viel in der Hand hat – Die Ergänzung fügt sich mit illustren Gegner wie Nutski dem Eichhörnchen oder dem gehörnten Affen inhaltlich perfekt in die ursprünglichen Fantasy-Munchkins und sollte für jeden Comicfan mit einem ebenfalls sehr schlanken Preis von 1,99€ eine selbstverständliche Zusatzbestellung zu jedem Hauptspiel im Pegasus-Shop sein!

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  • ERGÄNZUNG! – ERFORDERT EIN BELIEBIGES „MUNCHKIN“-HAUPTSPIEL!
  • EAN – 4250231703973
  • Format – 9,50 cm × 5,60 cm × 0,60 cm
  • Gewicht –  0,030 kg
  • Spieler – 3-6 Spieler ab 12 Jahren
  • Spieldauer – 60 Minuten
  • Preis – 1,99€

Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt von Pegasus Spiele – Herzlichen Dank!

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