iZombie 1 – Tote leben länger

Die blasse aber hübsche Gwen arbeitet als Totengräberin auf dem Friedhof von Eugene. Ein ungewöhnlicher Beruf für eine junge Frau, das finden auch ihre Kollegen. Natürlich gibt es eine ganz einfache und naheliegende Lösung für dieses Rätsel. Gwen ist ein Zombie. Der unbemerkte, nächtliche Zugang zum Friedhof versorgt sie mit dem nach ihrem Ableben für sie wichtigsten Lebensmittel – Menschlichen Gehirnen, die zwingend notwendig für ihr Überleben sind. Abgesehen vom Geschmack ist der wohl unangenehmste Nebeneffekt, dass offenbar ein Teil der Seele des vorherigen Gehirnbesitzers  nach dem Verzehr im weißhaarigen Haupt der feschen Untoten umherspukt. In Visionen sieht Gwen den Mord von Denkapparat-Vorbesitzer Fred, der offenbar von einer Mumie begangen wurde. Das verwundert die Zombie-Dame zunächst nicht sonderlich, schließlich ist einer ihrer besten Freunde ein Wer-Terrier. Doch als der mysteriöse, Amon genannte Ägypter ihre Geisterfreundin Ellie zu entführen scheint, beschließt Gwen dem balsamierten Bösewicht gehörig was vor den Sarkophag zu geben…

iZombie bietet treffsicheren Humor mit dem unwiderstehlichen Charme der „Swingin‘ Sixties“. Da war es nicht nur naheliegend, sondern im Grunde zwingend erforderlich, dass Popart-Paps Mike Allred (Madman, Silver Surfer, X-Statix) die visuelle Umsetzung des Vertigo-Titels übernimmt. Aber Autor Chris Roberson (Cinderella – From Fabletown with love) versteht sich ganz offensichtlich auch auf spannende Storywendungen und glaubhafte Charakterentwicklung. Der auf ganzer Linie geglückte Versuch, klassische Monstergeschichten durch eine schlüssige Mythologie miteinander zu verbinden ist dabei sicher das inhaltliche Highlight in „iZombie“.

Die pfiffig konstruierte Kombination aus Alltagsproblemen, Beziehungschaos und Horror-Comedy kann die offensichtliche Inspiration durch die TV-Serie „Buffy – Im Bann der Dämonen“ zwar nicht leugnen, fügt der angestaubten Formel aber genug frische inhaltliche und vor allem künstlerische Elemente hinzu, um eigenständig, besonders und vor allem ausgesprochen unterhaltsam und stylisch zu sein.

Abschließend sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die in Deutschland auf SIXX ausgestrahlte TV-Serie zu „iZombie“ sich nur ausgesprochen grob an der Comicvorlage orientiert und daher nur bedingt ausschlaggebend sein sollte, sich auf eine Reise in das Städtchen Eugene zu begeben.

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  • Seiten – 148
  • Format – Softcover
  • Original-Stories – House of Mystery Halloween Special 1, iZombie 1-5
  • Autor – Chris Roberson
  • Zeichner – Michael Allred
  • Preis – 16,99 €

iZombie erscheint bei Panini