Asterix 36 – Der Papyrus des Cäsar

Wir befinden uns im Jahr 50 vor Christus. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien? Ja, ganz Gallien. Zumindest wenn man dem „Papyrus des Cäsar“ Glauben schenken kann, der ersten, offiziellen Publikation des römischen Kaisers. Unter Anleitung seines Beraters „Syndikus“ hat Cäsar zugunsten des positiven Gesamteindrucks seines Feldzugs das Kapitel über die unbeugsamen Gallier um Asterix und seine Freunde ganz einfach komplett gestrichen.

Wahrscheinlich hätten Uderzos und Goscinnys legendäre Gallier nie davon erfahren, gäbe es da nicht den Kolpeuteur Polemix, der nicht zufällig eine erstaunliche Ähnlichkeit zu Whistleblower Julian Assange aufweist. Nun gilt es also, mit vereinten Kräften den Ruf der unbezwingbaren Gallier im alten Glanz erstrahlen zu lassen. Und natürlich soll auch der verlogene Julius dabei nicht ungeschoren davonkommen…

„Der Papyrus des Cäsar“ spielt geschickt mit modernen, technologischen und politischen Motiven, ohne dabei je die zeitlose Wärme und den charmanten Witz der ursprünglichen Schöpfer vermissen zu lassen. Wer von uns kennt zum Beispiel nicht das Problem, wenn man gerade eine Brieftaube auf den Weg geschickt hat, dabei allerdings vergessen hat, die eigentlich relevanten Informationen „anzuhängen“. Auch visuell ist im wahrsten Sinne des Wortes Linientreue angesagt, versucht man sich nicht an Experimenten oder klinischer Digitaloptik.

Man darf geteilter Meinung darüber sein, ob es nun schade ist, die riesige Fangemeinde und das zweifellos vorhandene Budget nicht auch für künstlerische Experimente oder die Erkundung neuer Pfade zu nutzen. Vermutlich wird es aber dem Großteil der Asterix-Fans sehr recht sein, dass man ihre nostalgische Verbindung zur traditionsreichen Serie aufrecht erhält und nicht durch abenteuerliche Stilwechsel strapaziert.

Diese Marschrichtung des neuen Kreativ-Teams, bestehend aus Jean-Yves Ferri und Didier Conrad sorgt nun vor allem dafür, dass nach „Asterix bei den Pikten“ nun bereits ein zweiter Band zwar ohne Schöpfer Uderzo entstanden ist, der die Seele der ursprünglichen Bände perfekt reflektiert und mit viel Respekt und Liebe in die Moderne transportiert. Beim Teutates, die Gallier erstrahlen erneut in voller Pracht!

  • Autor – Jean-Yves Ferri
  • Künstler – Didier Conrad
  • 48 Seiten
  • Hardcover / Softcover
  • 12,00€ / 6,50€
  • Erhältlich bei Egmont

© 2015 LES ÉDITIONS ALBERT RENÉAsterix36-Hardcover