Alisik Bd. 1-4

deineantiheldinsidebar

Ein junges Mädchen namens Alisik erwacht eines Nachts auf einem modrigen Friedhof. Umzingelt von fünf merkwürdig dreinschauenden Nachtgestalten scheint ihre Welt völlig aus den Fugen zu geraten. Daran kann selbst die bezaubernde und merkwürdig aussehende Bande aus postmortalen Zeitgenossen nichts ändern.

Zunächst spricht Alisik mit niemanden und streift des Nachts gedankenverloren umher. Die hoffnungslosen Versuche mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen gibt sie schnell auf. Als wirklich alles verloren scheint, da hört sie eines Nachts in der Ferne eine Stimme auf ihr geplagtes Seufzen antworten. Aber wie kann das sein? Trotz ihrer Zweifel schöpft Alisik wieder einen kleinen Funken Hoffnung, auch wenn sie genau weiß, dass dieser nicht von Dauer sein kann…

Fortan ändert sich alles schlagartig. Das Mädchen akzeptiert sein Schicksal und auch endlich ihre Mitleidenden. Von ihnen erfährt sie, dass der Herr Tod sich noch nicht im Klaren über ihre letztendliche Bestimmung sei und dass eines Tages ein gewisser Herr Sichel-Michel kommen würde, um sie hinüber in das Totenreich zu führen. Selbst wenn die jahundertealten Postis, wie Alisik sie liebevoll nennt, etwas paranoid wirken, lernt sie diese doch allmählich wie eine Familie zu lieben. So schön und gut das auch alles klingen mag, Alisik plagen noch immer wichtige Fragen. Was hat sie nur an diesen Ort verschlagen? Wann werden ihre Erinnerungsfetzen endlich einen Sinn ergeben? Warum kann der blinde Junge sie verstehen? Und was hat es mit diesem Sichel-Michel auf sich?

Die Geschichte von Alisik hat mich auf eine ganz besondere Weise fasziniert. Nicht nur die aufregende Storyline war es, die mich die vier Bände der „Graphic-Novel-Serie“ bis auf das letzte Wort (und Bild) verschlingen ließen, sondern auch die Art, wie die Künstler Helge Vogt und Hubertus Rufledt ihre Leser an die Hand nehmen und ein Teil der Geschichte werden lassen. Als bekennender Fan von Tim Burton kann ich die Intensität dieses Comics durchaus mit einem Werk wie „Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche“ oder „Nightmare Before Christmas“ vergleichen. Ich denke die Assoziation mit diesen Werken war hier durchaus erwünscht.

Auch der düstere und so liebevolle Zeichenstil mit großem Detailreichtum haben mich immer wieder aufs neue verblüfft. Man achte bitte besonders auf die immerzu wechselnden Schuhe der kleinen, hippen Leiche. Von den typischen Converse Allstars, über Doc Martens und den beliebten Vans, sind jegliche Kult-Treter mit dabei. Ich liebe es einfach, wenn ein Comic mich vergessen lässt, dass ich es gerade in den Händen halte halte und mich einfach an den Sessel fesselt. Alisik bekommt dafür ganz klar einen Ehrenplatz in meiner Sammlung und ich hoffe es werden noch viele weitere Geschichten im Stil der „Dark-Romance-Mystery-Serie“ erscheinen.

Für die richtigen Nerds unter uns gibt es das Bonusmaterial „Nachtgestalten“, ein exklusives Text-Kapitel, das zwischen Bd.1 und Bd.2 spielt und welches man sich  kostenlos als PDF heruterladen darf.

  • Alisik Bd.1 Herbst, Bd.2 Winter, Bd. 3 Frühling, Bd.4 Tod 
  • Autor – Hubertus Rufledt
  • Künstler – Helge Vogt
  • Softcover
  • 92-112 Seiten
  • Je 7,99€
  • Erhältlich bei Carlsen Comics

Copyright © 2016 by Hubertus Rufledt & Helge VogtSichelmichel