Daredevil – In den Armen des Teufels

Am Tage vertritt der blinde Anwalt Matt Murdock die Bürger von Hell’s Kitchen vor Gericht. Bei Nacht schlüpft er dann in die Haut des mysteriösen „Daredevil“. Durch jenen Chemie-Unfall, der ihn einst als Kind sein Augenlicht kostete, wurden Matthews restliche Sinne extrem geschärft und erhielt er übermenschliche Reflexe, die er nun im Kampf gegen das organisierte Verbrechen einsetzt. Weder seine erstaunliche Kräfte noch sein starker, christlicher Glaube konnten Matt jedoch auf eine junge Frau vorbereiten, die nicht nur von seiner geheimen Identität weiß, sondern ihm auch ihr Baby, das angebliche Ergebnis unbefleckter Empfängnis überlässt. Als ihm selbst und all seinen Liebsten die schrecklichsten Schicksalsschläge widerfahren, beginnt Matt den Worten des geheimnisvollen Mister Curtain Glauben zu schenken. Dieses scheinbar unschuldige Kind ist wohlmöglich der Antichrist.

Regisseur, Podcaster und Schauspieler Kevin Smith ist einer der absoluten Superstars der amerikanischen Popkultur. Seine Leidenschaft für Comics war immer Dreh- und Angelpunkt der Werke des 45-jährigen Amerikaners. Smiths zotigen Humor hat er als Autor der 2009 neu begonnenen „Daredevil“-Hauptreihe auf ein augenzwinkerndes Minimum reduziert, um den „Mann ohne Furcht“ auf einen nervenaufreibenden Kreuzzug gegen den Wahnsinn zu schicken.

Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen, ist es vor allem die überraschende Pointe, die den vom langjährigen Marvel-Chefredakteur Joe Quesada modern aber mit viel Klasse illustrierten Zyklus so besonders macht. Denn auch wenn „In den Armen des Teufels“ ein hervorragender Vertreter der erwachsenen, nachdenklichen Superhelden-Epoche ist, schlägt Smith eine herrliche Brücke zurück in die Zeit bunter, überdrehter Schurken und hanebüchen konstruierter Tathergänge.

Ein wirklich toller und atmosphärischer Band, der jedoch nicht so wahnsinnig viel mit den sehr düsteren und harten „Daredevil“-Geschichten aus der Feder von Frank Miller (300, Sin City) zu tun hat, die auch die maßgebliche Inspiration für die 2015 erschienene Netflix-Serie waren. Wer danach auf der Suche ist greift zum großartigen „Daredevil – Mann ohne Furcht“. Wer sich aber auf Kevin „Silent Bob“ Smiths Version des teuflischen Beschützers einlässt, erhält dafür viele Gastauftritte beliebter Marvel-Helden wie „Black Widow“ oder der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft. Vor allem aber einen erfrischend rasant erzählten „Daredevil“, der sich aller Finsternis zum Trotz auch an seine bunten Zeiten erinnert.

  • Daredevil – In den Armen des Teufels
  • Autor – Kevin Smith
  • Künstler – Joe Quesada
  • 228 Seiten
  • Original-Stories – Daredevil (2009) 0.5-8
  • Softcover / Limitiertes Hardcover
  • 19,99€ / 29,00€
  • Erhältich bei Panini

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