Meta-Baron Bd. 1 – Wilhelm 100, der Techno-Admiral

Die Galaxie liegt fest in der Hand der sadistischen Techno-Herrscher. Alles Leben existiert nur um der Herrscherkaste von Nutzen zu sein oder ihre kybernetischen Herren einfach nur zu belustigen. Die Rückkehr des Meta-Barons, des wohl mächtigsten Kriegers des Universums könnte das Ende dieser Schreckensherrschaft bedeuten, weshalb der Techno-Papst einen neuen Gouverneur für Marmola betimmen will, dem Ursprungsplaneten des Epiphyt. Diese wunderliche Substanz bildet die Grundlage der Techno-Gesellschaft, egal ob als Treibstoff, oder als Droge, die durch mechanische Implantate verursachten Schmerzen lindern soll. Indem er alle Mitbewerber ermordet, und ihre Schädel dem Techno-Papst präsentiert, schwingt sich der blutrünstige Techno-Admiral Wilhelm-100 zum neuen Gouverneur Marmolas auf. Sein gerissener Sklave Tetanus hat bereits einen Plan, wie man sich nicht nur des Meta-Barons entledigen kann, sondern sich dabei sogar seine Macht aneignet…

Die zentrale Figur und des Meta-Barons trat erstmals in der legendären Science-Fiction-Reihe „John Difool / Der Incal“ auf. Niemand geringeres als die Comic-Götter Alejandro Jodorowsky und Moebius ist also verantwortlich, für die im Laufe der Jahre in immer mehr Titel aufgefächerten Reihe. Auch wenn das zugrunde liegende Szenario noch immer von Jodorowsky selbst stand, ist es diesmal der aus Belgien stammende Amerikaner Jerry Frissen  (Als die Zombies die Welt auffrassen), der die psychedelischen Manuskripte des Metabaron-Schöpfers als fertiges Szenario für Künstler Valent Sécher aufbereitet.

Dessen opulente, fotorealistische Malereien will selbstredend niemand mit dem großen Moebius vergleichen. Allein schon weil sie stilistisch etwas völlig anderes sind. Serienneulingen erleichtert der Kino-kompatible, edle Look aber sicher den Einstieg in die sprachlich und inhaltlich so genial wie aber auch oft wirr geschilderten, psychedelischen Trips des großen Jodorowsky. Um neugierigen, aber skeptischen Science-Fiction-Freunden einen kleinen Anhaltspunkt zu geben, gibt es in „Wilhelm 100, der Techno-Admiral“ sicher atmosphärische Parallelen zu Frank Herberts Roman-Klassiker „Dune“, ohne dabei zu imitieren oder zu recyclen.

Das Resultat der geglückten Bemühungen ist eine erzählerisch dichter Albtraumreise in eine bedrohliche, hoffnungslose aber visuell äußerst beeindrucke Zukunft. Sehr traditionsbewusste Fans des Autors könnten darüber stolpern, dass Séchers Bilder ihnen schlichtweg nicht klassisch genug sind und halten sich vielleicht besser an den zweiten Zyklus des „Weißen Lama“. Wer sich umgekehrt für die Optik begeistern kann, aber lieber handfeste, schnörkellose Action will, dem sei alternativ Splitters Herkules von Künstler Looky ans Herz gelegt.

  • Meta-Baron Bd. 1 – Wilhelm 100, der Techno-Admiral
  • Autoren – Alejandro Jodorowsky, Jerry Frissen
  • Künstler – Valentin Sécher
  • 56 Seiten
  • Hardcover-Album
  • 14,80€
  • Erhältlich bei Splitter