Spider-Man: Maximum Carnage Bd.1

Eines der ersten multimedialen Story-Events aus dem Marvel-Verlag war das Anfang der Neunziger erschienene Spider-Man-Epos „Maximum Carnage“. Nicht zuletzt durch die zeitgleich veröffentlichten Videospiele für die Spielekonsolen der damaligen Marktführer Nintendo und Sega wurde das ungewohnt düstere und brutale Spinnen-Abenteuer zu einem großen kommerziellen Erfolg und ebnete so den Weg für die legendäre und sehr umfangreiche „Clone-Saga“ des Wandkrabblers.

„Carnage“ ist die Symbiose aus dem sadistischen Serienkiller Cletus Cassidy und einem Spross des symbiotischen Anzugs, der den ehemaligen Reporter Eddie Brock zum finsteren und brutalen „Venom“ werden lässt. War das Monstrum mit dem Haifisch-Gebiss (entwickelt von Spawn-Mastermind Todd McFarlane) zunächst in den frühen Neunzigern die eine, unberechenbare und tödliche Bedrohung im Leben von Peter Parker und seiner Familie, schrie die immer schrillere, lautere und exzessivere Popkultur nach einem neuen Extrem.

Während der mordlüsterne, scharlachrote Symbionten-Killer bereits einige Zeit zuvor zaghaft Einzug in Spideys Comic-Geschichten hielt, versammelte er in „Maximum Carnage“ eine psychotische Familie aus ähnlich totschlagsaffinen Irren, um New York City in ein gewaltiges Schlachthaus zu verwandeln. Illustre Gestalten wie die hysterische Shriek, der monströse Doppelganger oder der krebserregende Carrion machten dem Leser unmissverständlich klar, dass die Zeiten der wenig erschreckenden Bankräuber und Geiselnehmer als Gegenspieler gezählt waren. Die international erfolgreiche Verfilmung von Thomas Harris Romanklassiker „Das Schweigen der Lämmer“ und Anthony Hopkins Verkörperung des kannibalischen Serienkillers Hannibal Lecter hatten das Konzept des psychotischen Killers salonfähig gemacht.

Noch heute ist „Maximum Carnage“ ein leuchtendes Beispiel für die epischen Momente, die ein gut konzipiertes und erzähltes Crossover-Ereignis dem Superhelden-Comic bescheren kann. Dass man dabei auch auf Helden und Schurken aus der dritten und vierten Reihe zurückgreift, um sie näher zu beleuchten und dabei zu modernisieren, dürfte man sich im „Haus der Ideen“ heute ruhig etwas häufiger in Erinnerung rufen. Mit den „Guardians of the Galaxy“ hat das schließlich auch im Kino ganz hervorragend geklappt.

Panini veröffentlicht „Maximum Carnage“ in zwei Sammelbänden, jeweils im Juni und August 2016, während im Juli passend dazu die neue „Carnage“-Serie startet.

mcarnage1mini SPIDER-MAN: MAXIMUM CARNAGE BD.1
Autoren – David Michelinie, J. M. DeMatteis, Tom DeFalco
Künstler – Mark Bagley, Sal Buscema, Tom Lyle, Alex Saviuk
180 Seiten
Softcover
16,99€ / 29,00€ (Lim. Ed.)
ERHÄLTLICH BEI PANINI

Trailer zum „Maximum Carnage“-Videospiel