ROBIN – DER SOHN DES DUNKLEN RITTERS (Bd.2): Im Namen des Vaters


Damian Wayne, der Sohn von Bruce „Batman“ Wayne und der diabolischen Thalia Al Ghul ist Robin, der Kronprinz des Fledermaus-Clans und ein unermüdlicher Beschützer des von Verbrechen und Korruption geplagten Gotham City. Im Gegensatz zu den meisten seiner Vorgänger kann der unter den Assassinen seines Clans aufgewachsene Damian allerdings kein sonderlich kindliches oder unbeschwertes Gemüt vorweisen. Er ist jähzornig, erbarmungslos und ungesund ehrgeizig. Genau diesen Dämonen stellte sich der maskierte Knabe im letzten Band, in dem der geneigte Leser Zeuge werden konnte, wie sich Damian in seinem „Jahr des Blutes“ lebensgefährlichen Prüfungen stellte und sich sagenumwobene Reliquien als Trophäen sicherte. Gemeinsam mit Maya Ducard, der Erbin von Hightech-Ninja „Nobody“ und dem gewaltigen Fledermaus-Mutanten Goliath will Robin nun Buße tun und die Welt vor dem irrsinnigen Plan eines durchtriebenen, mystischen Clans schützen, der ihn mehr als nur einmal an seine eigene Familie erinnern soll…

„Robin – Der Sohn des dunklen Ritters“ ist ein unterhaltsames, mystisches Abenteuer, dass sich in erster Linie an jugendliche Leser richtet. Dabei ist es etwas kontraproduktiv, dass die Gewalt in einigen Szenen jenes Maß deutlich übersteigt, das aufmerksame Eltern besonders jungen Lesern gern zugänglich machen werden. Medienerfahrene, vernünftige Kids und junggebliebene Erwachsene freuen sich trotzdem an der temporeichen Mystik-Action, die eine willkommene Abwechslung zu den sonst vornehmlich zeitgenössischen oder futuristisch präsentierten Abenteuern aus der Bat-Familie bietet.

Dieser Familienorientierung fällt aber auch ein großer Reiz zum Opfer, den der gar nicht mehr so neue, einst von Großmeister Grant Morrison ersonnene Fledermausjüngling ausmachte. Denn Damian distanziert sich immer mehr von der eiskalten, sarkastischen Kampfmaschine im Körper eines Kindes, die den Charakter ursprünglich so kontrastreich und aufregend machte. Auch wenn es naheliegend ist, junge Charaktere als Identifikationsfiguren für junge Leser auszugestalten, könnte man sich in solchen Momenten ein bisschen Mut zur Innovation von Verlagsriese DC wünschen.

Die mit dem zweiten Band nun abgeschlossene Robin-Saga entschädigt dieser Abkehr gegenüber aufgeschlossene Leser mit hervorragender Cartoon-Optik, unter anderem von „Fiction Squad“-Künster Ramon Bachs, der Robins Teenie-Truppe einen stimmig-eigenen Look irgendwo zwischen modernem Helden-Comic und Cartoons in der Tradition von Skottie Young verleiht.


ROBIN – DER SOHN DES DUNKLEN RITTERS (Bd.2): Im Namen des Vaters
Autoren: Patrick Gleason, Ray Fawkes
Künstler: Patrick Gleason, Ramon Bachs
148 Seiten
Softcover
16,99€
Erschienen bei Panini