ORBITAL 4.1: Implosion


Kaleb und Mezoke sind Agenten einer interplanetaren Allianz. Diese Gemeinschaft versucht den Frieden zwischen den von unterschiedlichen Völkern bewohnten Sternen aufrecht zu erhalten und die Bevölkerung gegen die heimtückischen Attacken der „Isos“ zu verteidigen, die all dem außerirdischem Tentakelpack nicht über den Weg trauen. Durch ein Komplott wurden die so verschiedenen Freunde unlängst zu Abtrünnigen und müssen nun unentdeckt bleiben, während Kalebs Schwester waghalsige Pläne ersinnt, um der juristisch fragwürdigen Reisegruppe zu Reichtum und Unabhängigkeit zu verhelfen. Der Schlüssel zum Glück sollen die Eier einer außerirdischen Insektenspezies sein, die dem richtigem Klientel eine gewaltige Stange Credits wert sind. Gleich die erste Jagd nach den begehrten Bio-Klunkern scheint ein Jackpott zu sein, da tatsächlich sogar eine lebende Larve in einer der Hüllen konserviert ist…

Mit der ersten Episode des inzwischen vierten „Orbital“-Zyklus bestreitet Sylvain Runbergs Scifi-Epos neue Wege. Die Textdichte ist deutlich reduziert und auch wenn Diplomatie und politische Verwicklungen natürlich ein Hauptmerkmal der pfiffigen Reihe bleiben, liegt der Schwerpunkt diesmal auf übernatürlichen Begebenheiten rund um die rätselhaften Nevronome. Trotz des vermeintlich leichten Einstiegs bleibt der Zugang für Neuleser dabei schwierig. Eine Flut an Eigennamen verlangt entweder ein ausgesprochen gutes Gedächtnis, in den durchweg empfehlenswerten Vorgängerbänden nachzulesen oder eben etwas Mut zur Lücke mitzubringen. Serge Pelles genial eigenwilliger Stilmix vermengt Moebius-esque Zukunftsarchitektur mit dynamischen Jagdsequenzen und knuffigen Funny-Kreaturen. Mehr als einmal fühlt man sich dabei an die legendären „Valerian & Veronique“-Comics erinnert, denen Regisseur Luc Besson in diesem Sommer auch ein filmisches Denkmal setzen wird.

Unterm Strich bildet der neue Band von „Orbital“ eine willkommene Auflockerung und Abwechslung zur bislang gleichermaßen genialen, wie auch oft komplexen und anstrengenden Weltraumodyssee, ohne die charakteristischen und willkommenen Ecken und Kanten der Saga massenkompatibel abzuschleifen. Ein fesselnder und intelligenter Politthriller aus der Zukunft, der auch vor herrlich bizarren Ideen wie einem halluzinogenem Weltraumbordell nicht zurückschreckt.



ORBITAL 4.1: Implosion
Autor: Sylvain Runberg
Künstler: Serge Pellé
48 Seiten
Hardcover-Album
14,80€
Erschienen bei Splitter