Hätte Gwen nicht einfach tot bleiben können, anstatt als untoter Zombie mit einem außerordentlich unappetitlichem Hunger auf menschliche Gehirne zu erwachen? Gemeinsam mit ihren Freunden, Wer-Terrier Spot und Geisterdame Ellie gerät sie in einen jahrtausendealten Konflikt zwischen finsteren, unvorstellbaren Mächten, monströsen Kreaturen und den Verteidigern der Menschheit. Ausgerechnet an Horatio, einen dieser Monsterjäger muss sie um die Sache edgültig zu verkomplizieren auch noch ihr vertrocknetes Herz verlieren. Nimmt dieser Wahnsinn denn nie ein Ende?

Doch, das tut er. Der vierte Band von Chris Robersons und Mike Allreds romantischem Monsterspaß ist gleichzeitig auch der letzte und gipfelt dabei in einem epochalem Konflikt mit einem titanischem Dämon, der keinen Hehl daraus macht, dass Horror-Legende Lovecraft reichlich Inspiration zu seiner Entstehung geliefert hat. „Besessen“ ist weniger augenzwinkernd und leichtfüßig als seine nicht nur durch die Retro-Optik häufig an die Cartoon-Abenteuer von „Scooby Doo“ erinnernde Vorgeschichte. Der Spaß entsteht dieses Mal eher durch die geballte Rückschau auf eine kuriose Sammlung an Charakteren und Beziehungen, die bislang aus der knallbunten Reihe hervorgingen. Wenn untote Agenten mit den Namen toter Präsidenten auf Monster-Teenager, ägyptische Mumien, Vampir-Schwesternschaften und Psychedelic-Rock treffen, dann Bedarf der hübsche Irrsinn keiner großen Worte mehr, um überzogen lustig zu sein.

Etwas verwunderlich wirkt es da, dass die letzten Augenblicke von iZombie in einem philosophisch-esoterischen Gewand daherkommen, das ohne die große künstlerische Schaffenskraft hinter „iZombie“ in Frage stellen zu wollen deutlich mehr inhaltlichen Anspruch vorgibt, als tatsächlich vorhanden ist. Der ausgesprochen charmante und eigenwillig dekorative Weg dorthin lassen aber ganz leicht darüber hinwegsehen.


iZOMBIE (Bd.4): Besessen
Autor: Chris Roberson
Künstler: Michael Allred
188 Seiten
Broschiertes Softcover
19,99 Euro
Erschienen bei Panini