THE OLD GUARD (Bd.1): Erstes Gefecht


Die „Old Guard“ ist eine außerordentlich erfahrene Eingreiftruppe, die selbst die aussichtsloseste Krise noch  zu einem zwar blutigen aber dafür endgültigem Abschluss bringen kann. Woran das liegt? Ihre kampferprobten Mitglieder sind wirklich, wirklich alt. Ganz in der Tradition des „Highlander“ können die Kämpfer der alten Garde nicht sterben. Oder wenigstens so lange nicht, bis das Schicksal es ihnen völlig unvermittelt gestattet. In Traumvisionen erscheinen den scheinbar unsterblichen Super-Soldaten neu erwachte Mitglieder ihrer rätselhaften Gemeinschaft, die sie so aufspüren um ihre Reihen zu ergänzen. So ein sensationelles Geheimnis über Jahrtausende zu bewahren war sicher nicht einfach. Und im Zeitalter von Handykameras und mobilen Internetzugängen scheint dieses Unterfangen geradezu unmöglich geworden zu sein…

„The Old Guard“ macht mit dem ersten Band viel richtig. Die kompromisslose, ruppige Action wird von Indie-Star Leandro Fernández in herrlich eigenständige Bilder umgesetzt, die zahlreichen Rückblicke zu den historischen Schlachten, denen die Mitglieder der Truppe beiwohnen mussten, machen viel Lust auf mehr. Ein wenig mehr von den wirklich beeindruckenden, emotionalen Momenten, die „Wonder Woman“-Autor Greg Rucka hier andeutet hätten es aber gern sein dürfen. Die sind nämlich deutlich interessanter und aufregender, als das unterhaltsame, aber schon etwas generische Dauerfeuer, dass z.B. in der ebenfalls aus Ruckas Feder stammenden Splitter-Reihe „Lazarus“ deutlich eleganter und pfiffiger choreographiert wurde.

Unterm Strich erschafft der erste Band von „The Old Guard“ ein wirklich vielversprechendes Szenario. Nun müssen die nächsten Bände zeigen, ob Rucka sich auf die toll angedeuteten emotionalen Aspekte des Unsterblichkeits-Fluchs konzentrieren, oder damit nur seine hübsch umherfliegenden Fetzen dekorieren möchte. Beides kann funktionieren, ersteres wäre aber deutlich aufregender und frischer.



THE OLD GUARD (Bd.1): Erstes Gefecht
Autor: Greg Rucka
Künstler: Leandro Fernández
184 Seiten
Hardcover
24,80 Euro
ERSCHIENEN BEI SPLITTER