BEN REILLY: SCARLET SPIDER (Bd.1): Leben und Sterben in Las Vegas


SPOILERWARNUNG: Der Inhalt dieses Bandes nimmt Wendungen aus der aktuellen „Spider-Man“-Hauptserie, insbesondere dem Event „Die Klon-Verschwörung“ vorweg und könnte dir so die Überraschung verderben!

Im Spider-Man-Event „Die Klon-Verschwörung“ kehrte Peter Parkes Klon Ben Reilly zurück und übernahm die Identität des „Schakals“, ehemals Doktor Milles Warren, dem Drahtzieher hinter der ursprünglichen Klonsaga, jenem Marvel-Mega-Event der Neunziger schlechthin. Offensichtlich dem Wahnsinn anheim gefallen will das verwirrte Gen-Duplikat nun seinen alten „Scarlet Spider“-Anzug überziehen, und wieder jene Identität annehmen, die er damals an der Seite des (vermutlich) originären Spider-Man annahm um gegen das Böse in Gestalt von Warren und seiner entstellten Klon-Schöpfung Kaine zu kämpfen. Doch genau dieser Kaine hatte zwischenzeitlich bereits unter diesem Namen und in einem neuen, schwarz-rotem Kostüm Texas vor Menschenhändlern und Superschurken beschützt. Dabei ging er deutlich kompromissloser und brutaler vor, als der meist so fröhlich aufgelegte Spender seiner Spinnen-DNA, handelte aber immer innerhalb klar definierter Grenzen von falsch und richtig. Ben tickt da völlig anders und schreckt auch  nicht davor zurück, gerade noch vor Handtaschenräubern gerettete Damen um eine „Bearbeitungsgebühr“ zu erleichtern. Auch er muss schließlich von irgendwas leben. Und wenn dabei unterwegs ein paar schweren Jungs die Knochen oder das Genick gebrochen werden, dann passiert sowas eben…

Die neue „Scarlet Spider“ weiß tatsächlich sehr gut zu unterhalten und fühlt sich ein bisschen an, wie ein weniger überdrehter, dafür aber böser, zynischer und eigennütziger Deadpool. Die wenigen guten Taten, die der wahnsinnige Parker-Klon unterwegs vollbringt, dienen stets nur dem Ziel, Peters Leben mitsamt seiner Tante und Partnerin bestmöglich zu imitieren und sich so ein wenig mehr wie „das Original“ zu fühlen. Auch wenn vermutlich selbst in der Marvel-Redaktion niemand mehr so richtig weiß, wer denn eigentlich dieses Original wirklich ist. Auch willkommene Parallelen zur leider von der Fanbase eher ablehnend aufgenommenen, aber durchweg großartigen Storyline, in der Spider-Mans Körper vom Geist seines Erzfeindes Doktor Octopus besessen war fallen hier deutlich auf.

Ein zynischer und vielversprechender Action-Happen, der vielleicht sogar die Geburtsstunde eines neuen, spinnigen Antihelden sein könnte!


BEN REILLY: SCARLET SPIDER (Bd.1): Leben und Sterben in Las Vegas
Autor: Peter David
Künstler: Mark Bagley
148 Seiten
Softcover
16,99 Euro
ERSCHIENEN BEI PANINI COMICS DEUTSCHLAND