MARVEL’S RUNAWAYS – Ein Blick in die ersten Beiden Folgen der TV-Serie

ACHTUNG! AUCH WENN ICH MICH IN ALL MEINEN TEXTEN STETS BEMÜHE, NIEMANDEM DIE ÜBERRASCHUNG AN EINER GESCHICHTE ZU VERDERBEN, LIEGT ES IN DER NATUR DIESES TEXTS, DAS ER BESTIMMTE ERKENNTNISSE VORWEGNIMMT. WER VÖLLIG UNBEFANGEN IN DAS FERNSEHVERGNÜGEN GEHEN WILL, SOLLTE MINDESTEN DIE ERSTEN BEIDEN EPISODEN VON MARVEL’S RUNAWAYS BEREITS GESEHEN HABEN! ICH ÄUßERE MICH AUßERDEM AUCH VORSICHTIG ÜBER DEN WEITEREN VERLAUF DER COMIC-VORLAGE

Eine Menge Lob gab es von Kritikern und Fans für Marvels Coming-of-Age-Helden, die „Runaways“. Nun durfte man die ersten beiden Folgen der ursprünglich für US-Anbieter HULU produzierten Superhelden-Soap in deutscher Übersetzung auf SYFY anschauen. Und? Kann die Adaption den hohen Erwartungen gerecht werden? Die möglicherweise enttäuschende Antwort – Vielleicht. Zu wenig ist bislang passiert, als dass man tatsächlich beurteilen könnte, ob der Ton der von Saga-Autor Brian K. Vaughan gestarteten Reihe tatsächlich getroffen wird.

Kino-verwöhnte Bombast-Junkies könnten erstmal ernüchtert sein. Unverwechselbar „seifige“ TV-Optik, eine gut getroffene aber nicht gerade vor Superstars wimmelnde Besetzung und zumeist arg gewöhnungsbedürftige Musik aus der lizenzfreien Hölle sehen neben Film-Schwergewichten wie „Infinity War“ natürlich etwas blass aus. Da verhält es sich auf dem heimischen Bildschirm aber ganz genau so, wie seinerzeit bei den ersten Comic-Seiten der hochbegabten Ausreißer, die wirkten auf den ersten Blick auch wie extrem vorhersehbarer Teenie-Brei.

Eine Geschichte um eine zerrüttete Teenie-Clique muss aber nunmal mit einer großen Kelle Kitsch serviert werden, inklusive aller dafür notwendigen Klischees. Eines der großen Highlights der Comichefte war es nämlich, dass diese abgeschmackten Rollenklischees zunächst bedient und gefüttert werden, um den jungen Helden kurz darauf mit wachsenden Begabungen ganz neue, unerwartete Jobs und Schwerpunkte innerhalb der unfreiwilligen Heldentruppe zuzuweisen.

Auch wenn die Drehbuchautoren einige Komponenten hinzudichten oder leicht abwandeln, scheint bislang absehbar, dass diese ganz elementare Tugend der Story beibehalten soll. Das wird dann wohl der Punkt werden, an dem der eigentliche Spaß beginnt.

Der aus Buffy bekannte und herrlich sinistre Spike-Darsteller James Marsters spärlich eingesetzte aber für TV-Verhältnisse recht hochwertige Tricktechnik und die wirklich gut besetzten und talentierten Kids haben alle Weichen richtig gestellt. Ob es für den ganz großen Wurf und eine zweite Staffel reicht müssen wir uns aber wohl erst noch genauer anschauen. Die Lust darauf ist in jedem Fall geweckt.