Aufgrund eines misslungenen Experimentes wird die Hälfte des Bundesstaats Philadelphia in eine parallele Dimension gerissen. Anstelle des bekannten Terrains befindet sich dort nun ein Stück aus dieser Spiegelwelt. Gleichzeitig eröffnen diese Versuche die technischen Möglichkeiten, eine Reise kontrolliert zu wiederholen. So werden Bergungstrupps in die „Oblivion“ genannte Welt geschickt, um die Verschollenen zu retten. Drei Jahre später profitiert die Menschheit von den Erkundungen. Durch die fremdartige Flora und Fauna konnten Medikamente geschaffen werden, um Krankheiten zu behandeln, die bisher als unheilbar galten. Gerade als man glaubt, alles im Griff zu haben, mischt sich eine bisher unbekannte, bedrohliche Lebensform ein.

Mit Reihen wie „Invincible“ oder „The Walking Dead“ hat Autor Robert Kirkman bereits des öfteren bewiesen, dass er selbst komplexeste Handlungen in einen leichten und lockeren Erzählfluss verpacken kann. Auch bei „Oblivion Song“ kommt schnell das Gefühl auf, dass die Panels sehr gut aufeinander abgestimmt sind. Die ca. 140 Seiten pro Buch sind in kürzester Zeit genossen. Nur leider fehlt es der Geschichte bisher an Tiefe. Die Story läuft ungewöhnlich geradlinig ab und bringt neben dem obligatorischen Cliffhanger am Ende keine überraschenden Wendungen mit sich. Das ist nicht schlimm, treue Leser sind von Kirkman allerdings Anderes gewohnt.

Optisch ist „Oblivion Song“ nach wie vor eine Wucht. Neben eindeutiger Mimik und Gestik der Menschen, sind die Monster die ganz klaren Stars dieser actionreichen „Science Fiction“-Handlung. Ob klein und wendig oder haushohe Ungeheuer, die Viecher wirken bedrohlich und wie von einem anderen Stern. Die knalligen Farben stammen von Annalisa Leoni und runden die Bilder von Lorenzo De Feleci gekonnt ab.

Auch wenn „Oblivion Song“ inhaltlich bisher keine großen Überraschungen bereithält, ist es auf jeden Fall einen Blick wert. Wer auf außergewöhnliche Monster oder Alien-Designs steht, wird auf jeden Fall seine Freude haben. Die Grundlage für einige „What the Fuck“-Momente sind da und werden mit Sicherheit im Laufe der Serie noch ausgiebig genutzt.


OBLIVION SONG (Bd.3), Autor: Robert Kirkman, Künstler: Annalisa Leoni, Lorenzo De Feleci, 128 Seiten, Hardcover, 22,00 Euro, Erschienen bei CROSS CULT