Das ganz normale Ende eines Arbeitstages für Kraftfahrer Heath Huston. Er kommt nach Hause und dort warten bereits seine Frau, sein Sohn und der kranke Vater auf ihn. Gerade als Enkel und Großvater den neuen Drachen steigen lassen, überquert ein Raumschiff den alten Hof und feuert seine Waffen ab. Die beiden sind sofort tot und die Eltern finden sich inmitten einer waschechten Alien-Invasion wieder. Rechtzeitig können sie sich mit einigen Nachbarn in einen Bunker retten und überleben den Überfall. Einige Zeit später verlassen sie den Unterschlupf, nur um festzustellen, dass die Eindringlinge Jagd auf die letzten überlebenden machen. Aber die Erwachsenen wollen sich nicht kleinkriegen lassen und gründen die „Fear Agents“!

Nachdem wir im Auftaktband vieles über die aktuelle Situation im Weltraum erfahren durften, präsentiert Autor Rick Remender uns hier eine die Herkunftsgeschichte der sagenumwobenen Truppe vom Planeten Erde. Von der ersten Begegnung bis hin zur entscheidenden Schlacht mit außerirdischem Leben deckt er den kompletten Ursprung der titelgebenden Gruppe ab. Anschließend setzt er dort an, wo das vorherige Buch aufhörte und erzählt die Weltraumabenteuer des Space-Cowboys Heath weiter. Dafür greift er viele Elemente wieder auf, die er vorher passend platziert hat und die Story bekommt einen klaren roten Faden, den er schnell und konsequent abarbeitet. Mit dabei sind lockere Sprüche, viel Alkohol und immer eine Knarre im Anschlag.

Die Zeichnungen stammen von Tony Moore und Jerome Opeña und sehen durch die Bank weg toll aus. Die Künstler schaffen es, mit dem geschickten Einsatz von Schraffuren und gewollten Ungenauigkeiten die Bilder mit einem gewissen Punk zu veredeln, der die anarchistische Einstellung des (Anti)Helden gekonnt untermalt. Auch die verschiedenen Designs der Aliens, Raumschiffe und Raumstationen müssen unbedingt lobend erwähnt werden, denn diese machen viel vom Flair aus und bringen viel Abwechslung in die ansonsten recht gradlinige Handlung.

Wer auf verrücke Sci-Fi-Geschichten mit einem dezenten Hauch Dr. Who und einem von unsympathischen, unmoralischen Protagonisten steht, wird hier auf jeden Fall fündig. „Fear Agent“ ist ein toller Roadtrip durch die Tiefen des Weltalls mit allerhand Twists, ungewöhnlichen Einfällen und macht dabei einfach Spaß, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen.


Leseprobe


FEAR AGENT (Bd.2), Autor: Rick Remender, Künstler: Tony Moore, Jerome Opeña, 250 Seiten, Hardcover, 26,00 Euro, Erschienen bei CROSS CULT