Im Jahr 2002 erschien der Third-Person-Shooter „Mafia“ für den PC. Das Spiel feierte großen Erfolg und in den Folgejahren erschienen noch zwei Nachfolger. Nun wurde eine Sammlung unter dem Namen „Mafia Trilogy“ veröffentlicht. Darin befindet sich der dritte Titel einschließlich aller DLCs, außerdem ein komplett grafisch überarbeiteter zweiter Teil inklusive aller Erweiterungen und eine von Grund auf neu entwickelte Version des ersten Teils. Letzteres darf durchaus als Herzstück dieser Collection bezeichnet werden und wird hier näher beleuchtet.

Auch wenn die Chance der Neuentwicklung genutzt wurde, um einige neue Zwischensequenzen einzufügen, Details an der Handlung anzupassen und Missionen mit zusätzlichen Dialogen anzureichern, hat sich an der grundsätzlichen Story nichts geändert. Man spielt den Mafioso Thomas Angelo. Nach jahrelanger Arbeit für „Don Ennio Salieri“ möchte er Sicherheit und ein ruhiges Leben für sich und seine Familie. Dafür wendet er sich an die Polizei und bietet an, gegen seinen Boss als Kronzeuge auszusagen. Schnell findet er sich in einer Verhörsituation wieder. In Rückblenden durchspielt man die Karriere des ehemaligen Taxifahrers, bis dieser zur berüchtigten rechten Hand des skrupellosen Familienoberhaupts wird. Die Aufträge beginnen mit einfachen Chauffeur-Diensten bis hin zu blutigen Auseinandersetzungen mit verfeindeten Familien und Gesetzeshütern.

Das alles spielt im Amerika der 1930er, in der fiktiven Stadt „Lost Heaven“. Diese ist zwischen den Aufgaben vollständig befahr- und begehbar. Anders als in vielen aktuellen „Open World“ Spielen gibt es hier aber nicht endlos weitere Quests zu finden. Vielmehr kann die Welt als offene Kulisse betrachtet werden. Diese ist unglaublich toll aufgearbeitet und fängt die Atmosphäre dieser einmaligen Epoche wunderbar ein. Die Metropole ist voll von unzähligen klassischen Automobilen (die alle auch gefahren werden können), Fußgängern, Straßenbahnen und einer Hochbahn. Es macht schon Spaß, allein im „Oldtimer“ durch die Straßen zu cruisen, einen stimmigen Radiosender zu wählen und einfach die Gegend mit all ihren Einzeilheiten zu genießen.

Die Geschichte von „Mafia“ bezieht immer historische Ereignisse wie zum Beispiel die Prohibition mit ein und bedient sich fleißig an popkulturellen Gütern aus dem Bereich der Gangster-Geschichten. So ist das Hotel „Corleone“ nach den Protagonisten aus Fracis Ford Coppolas Romanverfilmung „Der Pate“ benannt oder die fiktive Firma „Scorsese Import & Export“ eine Hommage an Drehbuchautor und Regisseur Martin Scorsese. All diese Zutaten ergeben ein spannendes, abwechslungsreiches Szenario, in dem Fans des Genres einiges zu Entdecken haben.

Spielmechanisch bringt das Remake ein paar Neuerungen mit sich. Neben dem vierstufigen Schwierigkeitsgrad lassen sich auch eine Zielhilfe, das überspringen von „unnötigen Autofahrten“ und der Realismus des Fahrverhaltens einstellen. So kann man auf alle wichtigen Aspekte Einfluss nehmen und eine für sich angenehme Spielerfahrung schaffen. Durch ein nachträgliches Update ist ein optional zuschaltbarer „Noir“Modus hinzugekommen. Wenn dieser aktiviert ist, wird das Bild schwarzweiß gefärbt und mit nostalgischen Filmkorn-Effekten angereichert.

Die „Mafia: Definitive Edition“ ist ein grandioses Vorbild, wie Remakes von Videospielen aussehen sollten. Stimmung, Spielgefühl und Erzählung wurden erfolgreich auf die modernen Plattformen portiert. Für alte Liebhaber der Reihe gibt es genügend Wiederspielwert und für neue Spieler wurde das Game aufpoliert, um den heutigen Spielgewohnten gerecht zu werden. Ein Angebot, das man wirklich nicht ablehnen kann!


Mafia Trilogy, Entwickler: Hangar 13, D3T, Publisher: 2K, 59,99€, 1 Spieler, Erschienen für Xbox, PC, Playstation Getestet auf der Playstation 4