Savage Hulk

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Marvels grüner Gigant ist einer der populärsten Comic-Charaktere, sicher nicht zuletzt dank der irrsinnig erfolgreichen „Avengers“-Kinofilme. Die mit nur sechs US-Ausgaben recht kurzlebige Reihe „Savage Hulk“ verfolgte das Konzept, klassische Begegnungen des unglaublichen Hulk mit anderen Marvel-Helden in moderner Optik neu zu erzählen und zu ergänzen.

Als Grundlage für den ersten Teil des Sammelbandes dient „Uncanny X-Men“ #66 von 1970. Um Bruce Banner dabei zu helfen, das Monster in seinem Kopf unter Kontrolle zu bringen, begibt sich Charles Xavier, der Gründer und Anführer der X-Men auf eine mentale Reise in den Geist seines Akademiker-Kollegen mit Aggresionsbewältigungsdefizit. Als der auch als „Professor X“ bekannte Telepath die Kontrolle über die Situation verliert, sind seine jungen Schüler, die X-Men gezwungen, den ungleichen Kampf mit der Urgewalt Hulk aufzunehmen.

„Crossroads“, die zweite Story im „Savage Hulk“-Band knüpft unmittelbar an die Ereignisse von „Incredible Hulk“ #300 an, in dem Doctor Stephen Strange schweren Herzens seinen grünen Freund und „Defenders“-Mitstreiter, in eine Zwischendimension verbannt, wo er endlich keine Gefahr für andere Lebewesen mehr darstellen soll. Eine Verfilmung der Comics um den charismatischen Magier ist bereits für 2016 angekündigt. Die Titelrolle übernimmt dabei kein Geringerer als „Sherlock“-Star Benedict Cumberpatch.

Die visuelle Modernisierung der klassischen Geschichten ist durchweg gelungen. Trotz klassischer Originalkostüme bestimmen ausdrucksstarke, detaillierte Zeichnungen und butterweiche Farbübergänge das Bild. Während „Crossroads“ auch inhaltlich mit einer intelligent und zeitgemäß konstruierten Geschichte punktet, konzentriert sich Alan Davis bei seinem Szenario vor allem auf zahlreiche Retro-Bezüge und trashige Eighties-Dialoge.

Das ist auch gar kein Verbrechen und hat durchaus seinen Charme. Aber um mit den ersten zwei Dritteln des „Savage Hulk“ angemessenen Spaß zu haben, sollte man schon eine gewisse Wertschätzung und Begeisterung für die Superhelden-Epoche haben, die lang vor filmischen, komplexen und düsteren Storykonstrukten stattgefunden hat.

Alles in allem ist „Savage Hulk“ eine gute Investition für Nostalgiker, oder für historisch interessierte Fans der Marvel-Filme. Letztere können hier den Ursprüngen der froschfarbenen Kampfmaschine näher auf den Grund gehen. Und ein erster Ausblick auf den zukünftigen Kino-Avenger Doctor Stephen Strange ist dabei sicher auch nicht uninteressant.

Bildschirmfoto 2015-10-16 um 23.36.47All images from „Savage Hulk“ © 2015 by Marvel Comics

  • Marvel Exklusiv 116 – Savage Hulk
  • Seiten – 140
  • Format – Softcover
  • Original-Stories – Savage Hulk 1-6
  • Autor – Alan Davis, Gabriel Hardman, Corinna Bechko
  • Zeichner – Alan Davis, Gabriel Hardman
  • Preis – 16,99 €
  • Erhältlich bei Panini