ASTERIX IN ITALIEN (Bd.37)


Senator Lactus Bifidus ist eigentlich für die Instandsetzung der Straßen von Rom verantwortlich. Das ist deshalb so wichtig, weil bekanntlich alle Straßen genau dorthin führen. Aber Bifidus bevorzugt Orgien und ein gemütliches Leben, statt sich mit seinen eigentlichen Aufgaben zu beschäftigen. Politik hat sich seit der Antike eben gar nicht so viel verändert, wie man vielleicht denkt. Als der Druck seiner Senatskollegen jedoch wächst, und Cäsar ob seiner vermeintlichen Faulheit hellhörig wird, tritt der Müßiggänger die Flucht nach vorn an. Eine gewaltige Wagen-Rallye soll der ganzen Welt beweisen, dass die Straßen Roms sich nicht hinter dem sonstigen Glanz des Imperiums verstecken müssen. Wenn nur nicht diese zwei vermaledeiten Galliern unter den Wagenlenkern wären…

Bei der Lektüre von „Asterix in Italien“ wird deutlich, dass die zunächst witzig anmutenden modernen Referenzen, wie zuletzt in „Papyrus des Cäsar“ der Serie eigentlich doch nicht immer gut getan haben. Die Gags im neuesten Band sind wie auch die serienüblichen Promi-Cameos deutlich zeitloser, was viele Leser in ihrer nostalgischen Motivation wohltuend bestätigen wird. Mit seiner trotz des temporeichen Themas sehr geradlinigen und gemächlichen Erzählweise fühlt sich „Asterix in Italien“ tatsächlich größtenteils an, als lese man einen klassischen Asterix-Band, wenn auch nicht den stärksten. Jammern auf höchstmöglichem Niveau.

Über jeden Zweifel erhaben sind nach wie vor die makellosen, grandiosen Uderzo-Emulationen aus der Tuschefeder von Didier Conrad. Vielleicht bin ich einfach zu untrainiert, was die Sichtung frankobelgischer Comics angeht, aber wüsste ich nicht, dass Herr Uderzo sich in den wohlverdienten Ruhestand begeben hat, würde ich nur an ausgesprochen wenig Stellen skeptisch, wenn man mir den neuen Band als sein Werk verkauft hätte.

Ein runder, nostalgischer Spaß, bei dem (zumindest beim vorliegenden Softcover) noch ein wenig an der Druckqualität des Schriftbilds justiert werden dürfte.


ASTERIX IN ITALIEN (Bd.37)
Autor: Jean-Yves Ferri
Künstler: Didier Conrad
48 Seiten
Softcover
6,90 Euro
Erschienen bei EGMONT