VENOM & X-MEN: Poison-X


Der junge Mutant Scott Summers alias Cyclops wird während eines Videotelefonats Zeuge, wie sein Vater Corsair und dessen Weltraumheldentruppe, die „Starjammers“ von aggressiven Kreaturen überfallen und gekidnappt werden. Offensichtlich hatten die Angreifer sich zuvor mit symbiotischen Aliens, den Klyntar verbunden. Bevor Scott sich mit seinen X-Men auf den Weg ins All begibt, um den Herrn Papa zu erretten, wollen die Teenager mit den Mutantenkräften allerdings noch einen fachkundigen Berater um seine Mithilfe bitten. Nur hat der ebenfalls aus einer Klyntar-Symbiose hervorgegangene Antiheld Venom überhaupt keine Motivation, den Jungspunden zu helfen…

Schade, eigentlich hatte Panini die im Original etwas verwirrende Benennung der Titel aus der „Venomverse“-Reihe für den deutschen Markt verständlicher gemacht. Während „Edge of Venomverse“ den Auftakt der interdimensionalen Symbioten-Hatz bildete, hieß der zweite Part nur noch schlicht „Venomverse“. In „Good Old Germany“ wurden übersichtlicher Weise „Venomverse“ Band Eins und Band Zwei daraus. Der Sammelband mit dem sperrigen Titel „Venom & X-Men – Poison-X“ fasst nun ein über die Reihen „X-Men Blue“ und „Venom“ erstrecktes Crossover zusammen, das den unmittelbar anknüpfenden dritten Teil der Saga bildet, bevor sie bald mit „Venomized“ in einem furiosen Showdown enden wird.

„Poison-X“ ist wie schon die bisherige Reise im Venomverse vor allem eine witzige, kurzweilige Action-Materialschlacht ohne viel psychologischen Tiefgang, der Raum für Eddie Brocks psychische Zerrissenheit oder komplexes Wechselspiel von Charakteren ließe. Der Fokus liegt hier ganz klar auf der Prämisse: Streift möglichst vielen Marvel-Charakteren einen Klyntar-Symbionten über und lasst sie dann Dinge zerlegen. Das macht Spaß, sieht fetzig aus und bietet auch den einen oder anderen witzigen Wortwechsel, ohne dabei je „Guardians of the Galaxy“-Klasse zu erreichen, da wäre sicher noch etwas mehr drin gewesen. Bevor jedoch der falsche Eindruck entsteht, dieses Event hinterließe keine Spuren im Marvel-Universum: Zumindest die X-Men-Leser dürfen am Ende des Bandes mit einer einschneidenden Änderung im Teamgefüge rechnen.


Leseprobe


VENOM & X-MEN: Poison-X
Autor: Der Autor
Künstler: Jacopo Camagni, Edgar Salazar, Ario Anindito
124 Seiten
Softcover
14,99 Euro
Erschienen bei PANINI