SPIDER-MAN: Spider-Verse


Wer sich ein wenig mit Geschichten aus dem Marvel-Kosmos auseinandersetzt, findet schnell heraus, dass dieser aus unendlich vielen Welten besteht. Jede hat dabei eine ganz eigene Historie. Fest steht aber, dass sich überall Äquivalente zu unseren beliebten Superhelden wiederfinden lassen. Das ist den „Inheritors“ ein Dorn im Auge. Also hat es sich diese sehr bösartige Familie zum Ziel gemacht, alle existierenden Spider-Men, Spider-Women, Spider-Schweine und was die Vergangenheit noch an Netzschwingern hervorgebracht hat zu vernichten.

Da bleibt den Helden nichts anderes übrig, als sich zu vereinen, um dieser Bedrohung gemeinsam entgegenzutreten. Angeführt von einem Peter Parker, dem wohl berühmtesten Spider-Man.

Die beiden Spidey-Veteranen Dan Slott und Christos Gage haben diese Storyline über verschiedene Heftreihen hinweg aufgebaut. Mit „Spider-Man: Spider-Verse“ erhält man all diese einzelnen Veröffentlichungen als Sammlung in korrekter Lesereihenfolge sortiert. Durch die allgegenwärtige Gefahr für die Protagonisten herrscht eine dichte und bedrohliche Atmosphäre. Außerdem wartet die Story mit viel Action auf. Auseinandersetzungen gibt es dabei nicht nur mit den mordlustigen „Inheritors“, auch innerhalb der Superhelden-Gruppe gibt es Gerangel um die weitere Vorgehensweise, oder darüber, wer die Truppe anführen darf. Dabei drängt sich manchmal das Gefühl auf, dass die vorliegende Geschichte gezwungen episch wirken möchte, aber immer wieder stolpert sie über ihre eignen Füße, wenn Peter an unpassender Stelle einen flapsigen Spruch raushaut.

Die oft sehr dunklen Bilder wirken immer modern und unterstreichen die vorherrschende bedrohliche Stimmung hervorragend. Ein besonderes Schmankerl ist der Ausflug auf die „Erde-67“. Diese Welt ist komplett im Comic-Stil der 30er Jahre gehalten. Mit großen, einfarbigen Flächen und dem Auftritt klassischer Charaktere geht Retro-Fans das Herz auf. Am Ende des Bandes findet sich eine Kurzgeschichte, komplett in genau diesem nostalgischen Stil.

Fans der netten Spinne aus der Nachbarschaft sollten diese Veröffentlichung nicht beim Händler liegen lassen. Viel mehr Spinnen-Action kann man nicht zwischen zwei Buchdeckel bekommen. Auch wer nach seinem Kinobesuch von „Spider-Man: A new Universe“ noch nicht genug von diesem außergewöhnlichen Team hat, bekommt hier ordentlichen Nachschub. Einsteiger sollten zunächst aber vielleicht zu einem anderen Comic greifen. Diese Zusammenstellung könnte sie mit all den verschiedenen Superhelden in Blau-Rot, eher verwirren als begeistern.


SPIDER-MAN: Spider-Verse
Autoren: Dan Slott, Christos Gage
Künstler: Olivier Coipel, Giuseppe Camuncoli, Humberto Ramos, David Williams
204 Seiten
Softcover
19,99 Euro
Erschienen bei PANINI